Julia Gaisbacher: My Dreamhouse is Not a House, The Velvet Cell, Berlin 2023
In: EIKON – Internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst, Nr. 123/2023, S. 89.
Wie verhalten sich urbane soziale Gefüge zu gebauter Umwelt, und wie stehen deren Rezeption und Nutzung zueinander? Am Beispiel der frühen partizipatorischen Sozialen-Wohnungsbau-Projekte des Architekten Eilfried Huth spürt Julia Gaisbacher diesen Fragen nach. In ihrem umfassenden Werkkomplex My Dreamhouse is Not a House (seit 2017) untersucht sie die Eschensiedlung in Deutschlandsberg und die Gerlitzgründe in Graz-Puntigam. Der Architekt tritt hier vorrangig als Moderator und Begleiter auf, denn sein Ziel waren keine gestalterischen Setzungen, vielmehr stand der Einzelne innerhalb einer Gemeinschaft im Fokus: Künftige Bewohner*innen sollten sich mit ihrem Zuhause identifizieren, indem sie es mitentwickeln und daran mitarbeiten. In Architekt. Varietät als Prinzip (1997) definiert Huth dieses Prinzip der Abweichung innerhalb einer Art: Jeder Bau solle sich von seinem Nachbarhaus unterscheiden, in Summe möge jedoch alles eine Einheit bilden. …